Über den Ursprung der Welten

Ein Bild von einem Engel!

14. Mai 2009 von Helena Balasz

Sie wollten schon immer mehr über Engel wissen? Also bitte - Räucherstäbchen rausholen, CD mit Sphärenklängen einlegen und los geht’s:

„Engel sind die strahlenden Kinder Gottes. Ihren zarten Gewändern aus Farbe, Klang und Licht entströmt wohltuender Duft, bereits ihre bloße Anwesenheit macht Menschen und Tiere glücklich und unter ihren segnenden Händen gedeihen Blumen, Gärten und Kinder. Engel erheben ihre sanften Stimmen nie, denn sie schimpfen nicht, sondern ermahnen uns - falls nötig - nachsichtig, meist aber spenden sie liebevollen Trost.
Engel sind Boten Gottes und wenn er nicht direkt zu uns spricht, stellen sie den Kontakt zwischen ihm und uns Menschen her. Zu ihren Aufgaben gehört aber vor allem der Schutz der ihnen anvertrauten Menschenseelen, dem sie fürsorglich und umsichtig nachkommen, besonders dann, wenn sie gerufen werden.
Überhaupt kümmern sich Engel vor allem um das Wohlergehen der Menschheit und in der Zeit dazwischen singen sie in gewaltigen Engelchören abwechselnd „Lobe den Herrn” und „Hosianna, hochgelobt sei der, der kommt” oder sie lassen sich auf einer Wolke nieder und spielen Harfe.” … und so weiter, und so weiter.

So, jetzt lüften wir wieder, machen die Musik aus und vertreiben den Nebel, der sich in unserem Kopf gebildet hat.

Die Zeilen oben entsprechen so ziemlich dem Bild, das die meisten Esoteriker - und nicht nur die - von Engeln haben: Engel tragen Flügel, schweben auf Wolken, sind schöner, besser, klüger oder sonst wie heiliger und verbringen ihr Dasein damit zu singen und auf Zuruf der Menschen anzudackeln. Kurz, sie haben’s nicht nur erheblich leichter, ihnen haftet auch ein deutlich besseres Image an und deshalb wollen die meisten Menschen auf Erden am liebsten ein Engel sein.

Mit der Wahrheit haben Bilder oft nur am Rande zu tun, dafür enthüllen sie deutlich die Vorstellungen, die sich ihr Schöpfer über den abgebildeten Gegenstand macht und sagen deshalb mehr über ihn aus, als ihm lieb sein dürfte.

Was also sagt das Bild, das viele Menschen von Engeln haben, über sie aus?
Es sagt uns etwas über das Bedürfnis nach Trost, nach Orientierung, nach einem Pfad und einer „helfenden Hand”, die besser weiß, wo es langt geht, als man selbst. Und es sagt etwas über die Sehnsucht, den gewiesenen Pfad guten Gewissens beschreiten zu dürfen, denn Engelhände sind gute Hände. Wie die Passagiere eines Schiffes in stampfender See vertraut man sich mit einem Seufzer der Erleichterung einem erfahrenen, umsichtigen Kapitän an und steht es irgendwie durch. Er wird schon wissen, was er tut.
Aber das ist nicht alles: Die Vorstellung, die Menschen von Engeln haben, sagt noch viel mehr und wenig Schmeichelhaftes über sie aus. Sie sagt uns etwas über ihre Hybris, ihren Narzissmuss und ihre Prinzessinnenmentalität, sie sagt:
„Wir sind das Zentrum des Universums und es ist die Aufgabe der Anderen, dafür zu sorgen, dass es uns gut, wenigstens aber so gut wie möglich, geht. Engel müssen sich um uns kümmern, uns trösten, uns loben, uns den Weg weisen und selbstverständlich werden sie, wie es sich für gutes Personal gehört, ihren Job ausgesprochen gern machen, man braucht sie nur zu rufen: Schutzengel, Führungsengel, Sonnenengel, Lichtengel, Trostengel und all die anderen Millionen und Abermillionen Engel, von denen der Himmel nur so wimmelt. Die haben eh’ nichts Besseres zu tun, das ist doch ihr Job, für den wurden sie schließlich gemacht, na ja und um Gott zu preisen, das auch, aber dafür bleibt immer noch genügend Zeit.”

Herrje, was glauben diese Menschen eigentlich, wer sie sind? Der Mittelpunkt des Universums? Die Krone der Schöpfung?

Es mag bestürzen, aber weder das eine noch das andere trifft zu. Die ganze Menschheit zusammen macht nicht mehr als einen winzigen Teil jenes Bildes aus, das Gott zur Selbsterkenntnis dient und Engel, die ebenfalls ein - weit größerer - Teil desselben Bildes sind, haben genug mit der eigenen Entwicklung zu tun, in jedem Fall haben sie weder die Zeit noch das Interesse, sich rund um die Uhr mit Menschen zu beschäftigen. Engel sind, wie Menschen, das Abbild Gottes und sie sind für die EIGENE Entwicklung verantwortlich, wie Menschen eben auch.

Zum Kapitän für ein schlingerndes Schiff taugen sie im Übrigen ohnehin wenig, denn von den rauen Gegebenheiten stürmischer Weltmeere haben sie keine Ahnung, wie auch? Die meisten von ihnen waren ja noch nie hier. Selbst ist die Frau und der Mann: Menschen bietet der Erwerb eines Kapitänspatents die größtmögliche Sicherheit auf rauer See und das bekommt man durch Erkenntnis und Einsicht.

P.S: Für alle Engel auf Erden geht’s hier zum ultimativen Test ;-)

Abgelegt in Spirituelle Irrtümer | Druckansicht des Beitrags

Kommentar
  1. (*)
  2. (*)
  3. (*)
 

cforms contact form by delicious:days

Bitte beachten: Die Kommentar-Moderation ist eingeschaltet, deshalb könnte Ihr Beitrag etwas später veröffentlicht werden. Sie brauchen Ihren Kommentar nicht mehrmals abzugeben.