Über den Ursprung der Welten

Spirituelle Irrtümer

Im Namen der Spiritualität wird ein mächtiges Werkzeug geschwungen: Ein Werkzeug, das nicht Selbstdisziplin verlangt, sondern Selbstverwirklichung propagiert. Ein Werkzeug, das den zwanghaften Konsum esoterischen Fast-Foods zum Qualitätsmerkmal erhoben hat und die ungenierte Zurschaustellung des vorgeblich erworbenen Wissens zur Auszeichnung. Ein Werkzeug, das jeden Tadel, jede Kritik und jede Beschwerde schon im Keim erstickt. Ein Werkzeug, das dazu dient, das eigene Ego unter dem Deckmantel scheinbarer Spiritualität zu erhöhen und so zum Gegenteil dessen führt, was wahre Spiritualität ausmacht. Ein Werkzeug, das knechtet, statt zu befreien.

Fehlverhalten wird achselzuckend damit kommentiert, dass es "nicht auf das tatsächliche Ergebnis, sondern die innere Haltung ankommt". Oder damit, dass es "keine allgemeingültige Wahrheit und deshalb auch keine allgemeingültige Regeln gibt". Oder damit "dass nicht alles für alle gleich ist und jeder seinen eigenen Weg finden muss".

Schon immer waren Menschen faul und nachlässig. Schon immer kämpften sie mit ihrem Ego, ihrer Macht-, Geld- oder Sexgier, wurden von Neid und Ehrgeiz zerfressen, logen und betrogen und kannten keine Skrupel, gnadenlos auszubeuten, wessen sie habhaft werden konnten. Dass sie "gute Gründe" fanden, die ihnen das Beibehalten und Ausleben ihrer Schwächen und Fehler erlaubten, ist ebenfalls nicht neu.

Neu ist die Möglichkeit, dieses Verhalten als Ausdruck besonderer Spiritualität verkaufen zu können.
Hier wird aufgeklärt.

Du sollst Dir kein Bild von mir machen!

Ich hab's doch nur gut gemeint

Pseudospirituelle Phrasen

Wer heilt, hat Recht - oder nicht?

Ein Bild von einem Engel!

Das Märchen vom vergebenen Karma

Spiritualität erkennen können

Loslassen - Ignoranz als Königsdisziplin

Das Gesetz der Anziehung und die Finanzkrise

Per Wochenendkurs zur Erleuchtung

Du sollst Dir kein Bild von mir machen!

21. Juli 2009 von Helena Balasz

oder

Wie’s Gescherr, so der Herr?

Die großen Weltreligionen haben ihre Anhänger, die weniger großen auch und dann gibt’s da noch viele bislang nicht organisierte Menschen, die sich für spirituell halten. Gemeinsam ist diesen Gläubigen das vage Gefühl, der Mensch als Gattung sei anders, besonders und irgendwie wichtiger als der Rest der Schöpfung. Dieses diffuse, kaum zu begründende Gefühl der eigenen Wichtigkeit begleitet die meisten Menschen seit ihrer Geburt, woraus sie folgern, dass es nicht trügen kann.
Die Annahme wichtig zu sein - als Individuum, wie als Gattung - führt zwangsläufig zur Erfindung eines Gottes, der eine besondere Beziehung zum Menschen im Allgemeinen und zu seinen Anhängern im Besonderen haben muss und schon sind wir mitten im Irrtum, aus dem sich weitere Irrtümer ableiten und dann noch mehr und noch mehr Irrtümer und aufgebaut ist die ganze Geschichte so:

Der erste Irrtum ist die Annahme, Menschen seien wichtig.

Zweitens: Wenn Menschen wichtig sind, muss es auch jemanden geben, der sie für wichtig hält. (Sonst wäre diese Annahme ja nichts weiter als Narzissmus)

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Ich hab’s doch nur gut gemeint

18. Juli 2009 von Helena Balasz

 

oder

Das Pontius-Pilatus-Prinzip

 

Sie erinnern sich an Pontius Pilatus? Das war der römische Statthalter der, wohl eher widerwillig, die Kreuzigung Christi veranlasste und anschließend seine Hände in Unschuld wusch (in der Bibel nachzulesen).
Wir wissen nicht viel darüber, was aus Pontius Pilatus geworden ist, aber der geniale Trick mit dem „Hände in Unschuld waschen” hat als Pontius-Pilatus-Prinzip während der letzten 2000 Jahre in unzähligen Varianten steile Karriere gemacht:

- Ich wollte, ich hätte anders handeln können …
- Die Sachlage hat diese Entscheidung zwingend gefordert …
- Die Fakten ließen mir keine Wahl …
- Der Sachverhalt ließ keine andere Möglichkeit zu …
- Unter den gegebenen Umständen war diese Konsequenz unvermeidlich …

Nicht zu vergessen seine besonders hintersinnigen Abwandlungen „Ich hab’s nicht bös …” oder wahlweise „Ich hab’s doch nur gut gemeint …”

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Pseudospirituelle Phrasen

4. Juli 2009 von Helena Balasz

Damit wurden Sie bestimmt schon mal konfrontiert:

„Wie oben so unten”
„Wie innen so außen”
„Lebe im Hier und Jetzt”
„Krankheit als Weg”
„Schicksal als Chance”
etc., etc. …

Die oben aufgeführten Phrasen gehören mittlerweile zur spirituellen Grundausstattung und jeder Feld-, Wald- und Wiesenspirituelle, der etwas auf sich hält, hat sie im Gepäck.
Weil er sie für wirksame und universelle Augenöffner hält, streut er sie gern und häufig bei allen Gelegenheiten, die ihm passend dünken, ins Gespräch und freut sich sehr über die Reaktion seines Gegenübers, die er als Punkt zu seinen Gunsten auslegt, egal wie sie ausfällt: Verhaltene Reaktionen werden als Akzeptanz gedeutet, lautstarke Zustimmung - häufig der Verlegenheit geschuldet - erst recht. Und schon hat er wieder einen Unwissenden vor dem großen Schaden mangelnder Erkenntnis bewahrt, was ihm das schöne Gefühl gibt, auf dem richtigen Weg zu sein.
Sollte der unwahrscheinliche Fall vehementer Gegenwehr eintreten, war der andere halt noch nicht so weit und der unerschrockene Versuch wird trotzdem als Erfolg auf der nach oben offenen Punkteskala für „Ich fühle mich als hoch entwickeltes Bewusstsein” eingetragen.
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Wer heilt, hat Recht - oder nicht?

3. Juni 2009 von Helena Balasz

Manche - sehr wenige - Menschen können etwas ganz Besonderes: Sie können heilen und sie können es wirklich. Für gewöhnlich werden sie aufgesucht, wenn sonst nichts mehr hilft. Dann, wenn kranke Menschen bereits das riesige Spektrum als seriös oder unseriös geltender Interventionen hinter sich haben und immer noch krank sind. Heiler gelten als letzter Strohhalm, als ultimativer Notnagel kurz vor dem Abgrund. Wenn sie nicht helfen können, hilft gar nichts mehr - eine möglicherweise lange Leidenszeit und der Tod sind dann unvermeidlich.

Die Hoffnungen, mit denen Heiler deshalb konfrontiert werden, sind gigantisch, was nicht geleugnet wird. Dass der Erfolgsdruck, unter dem sie stehen, ebenfalls gigantisch ist, wird allerdings energisch bestritten, denn - man achte auf das Einsprengsel der Bescheidenheit, die hier zum Zuge kommt - letztlich sei man nur ein Werkzeug, das „göttliche Energie” weiterleite und wenn Gott nicht wolle, könne der Heiler eben auch nicht.
Es gibt Heiler, die diesen Hinweis gleich zu Beginn einer Behandlung geben, damit übersteigerte Hoffnungen dämpfen und so auf mögliche Enttäuschungen vorbereiten. Sie verschaffen sich so aber auch Linderung bezüglich des Leistungsdrucks unter dem sie stehen: Ein Werkzeug ist immer „Knecht” in der Hand dessen, der es führt. Ob sein Einsatz deshalb ein brauchbares Ergebnis nach sich zieht, bestimmt es nicht selbst, sondern der, der es einsetzt. Und wenn Gott selbst die Hand führt, kann sich ein Werkzeug nur fügen, ganz gleich, welches Ergebnis die Behandlung zeitigt.
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Ein Bild von einem Engel!

14. Mai 2009 von Helena Balasz

Sie wollten schon immer mehr über Engel wissen? Also bitte - Räucherstäbchen rausholen, CD mit Sphärenklängen einlegen und los geht’s:

„Engel sind die strahlenden Kinder Gottes. Ihren zarten Gewändern aus Farbe, Klang und Licht entströmt wohltuender Duft, bereits ihre bloße Anwesenheit macht Menschen und Tiere glücklich und unter ihren segnenden Händen gedeihen Blumen, Gärten und Kinder. Engel erheben ihre sanften Stimmen nie, denn sie schimpfen nicht, sondern ermahnen uns - falls nötig - nachsichtig, meist aber spenden sie liebevollen Trost.
Engel sind Boten Gottes und wenn er nicht direkt zu uns spricht, stellen sie den Kontakt zwischen ihm und uns Menschen her. Zu ihren Aufgaben gehört aber vor allem der Schutz der ihnen anvertrauten Menschenseelen, dem sie fürsorglich und umsichtig nachkommen, besonders dann, wenn sie gerufen werden.
Überhaupt kümmern sich Engel vor allem um das Wohlergehen der Menschheit und in der Zeit dazwischen singen sie in gewaltigen Engelchören abwechselnd „Lobe den Herrn” und „Hosianna, hochgelobt sei der, der kommt” oder sie lassen sich auf einer Wolke nieder und spielen Harfe.” … und so weiter, und so weiter.
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Das Märchen vom vergebenen Karma

4. Mai 2009 von Helena Balasz

Es war einmal ein kleines Königreich, in dem sich die Menschen immer sehr bemühten ein friedliches und angenehmes Leben zu leben, aber es gelang ihnen nicht. Es gab immer irgendwo Streit oder es passierten unangenehme, manchmal sogar schlimme Dinge - ja, das Schicksal meinte es nicht gut mit den Bewohnern. Da kamen die Menschen irgendwann zusammen und fragten sich: Warum können wir nicht angenehm und in Frieden leben? Warum passieren immer diese dummen Dinge, die keiner haben will und warum werden gerade wir so vom Schicksal gestraft? Aber niemand wusste eine Antwort und deshalb beschlossen sie, Boten in alle Himmelsrichtungen auszuschicken, die Antworten auf diese Fragen und einen Weg finden sollten, wie sie in Frieden leben könnten.

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Spiritualität erkennen können

3. April 2009 von Helena Balasz

Woran man einen spirituellen Meister oder ein wertvolles spirituelles Buch erkennt.

Der spirituelle Meister zuerst:

Der wahre spirituelle Meister kommt hauchzart daher und gefühlsecht und wahnsinnig SENSITIV. Sensitiv muss sein, sonst kann er die göttliche Liebe nicht in sich aufnehmen, das muss er aber, damit seine Schüler ihn erkennen können - nein, ich muss mich korrigieren, die erkennen ihn nicht, die „erfühlen ihn” und zwar weil er die zuvor aufgenommene Liebe jetzt verströmt. Sie quillt aus allen seinen Poren, er ist so von ihr eingehüllt, dass sie ihn ganz und gar umgibt. Man kann die Liebe sogar schneiden, so dick hat er sie aufgetragen.
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Loslassen - Ignoranz als Königsdisziplin

10. März 2009 von Helena Balasz

Paradedisziplin und „Sesam öffne dich” spiritueller Entwicklung ist das „Loslassen” - es muss unbedingt erlernt werden. Behauptet wird, dass sich mit zunehmender Fertigkeit im Loslassen das spirituelle, das gute und positive Leben nahezu von selbst einstellt. Loslassen soll man Belastendes, Bedrückendes und Negatives gleich welcher Art und welchen Ursprungs, indem man es aus seinen Gedanken und Gefühlen verbannt. Das mit dem Loslassen kommt von den ganz Schlauen, von denen, die glauben, sie hätten den Jackpot geknackt und eine ganz besonders effiziente Methode ausgeknobelt, um die Menschheit von ihren Problemen zu befreien. Hier das „Gewusst wie” in drei Stufen.

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Das Gesetz der Anziehung und die Finanzkrise

21. Februar 2009 von Helena Balasz

oder

Ähnliches zieht Ähnliches an

Das Gesetz der Anziehung ist DAS Dogma, DAS zentrale Gesetz moderner Pseudospiritualität. Es wird behauptet, dass wer es richtig versteht und richtig anwendet, erreichen und bekommen wird, was er sich wünscht.
Vom Parkplatz bis zum Lottogewinn, vom Traumhaus bis zum Traumjob, vom richtigen Partner bis zur vollständigen Genesung von der tödlichen Krankheit - alles ist drin, alles ist möglich, wenn man nur das Gesetz der Anziehung beherrscht. Beherrschen tut man es, wenn man richtig denkt, visualisiert, lebt, Hauptsache positiv. Positiv ist ganz wichtig, ein negativer Gedanke, einmal in die falsche Vorstellung abgedriftet und alles ist hin. Die Technik ist deshalb auch wichtig und sie besteht vor allem darin, sich nur mit einer Seite der Medaille zu beschäftigen, nämlich der schönen, liebevollen, angenehmen, heiteren, der positiven eben. Kurz gefasst: „Es ist eine Sache der Frequenzausrichtung”.
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Per Wochenendkurs zur Erleuchtung

1. Februar 2009 von Helena Balasz

Pseudospiritualität - wem sie nutzt, wem sie schadet und warum sie so überaus erfolgreich ist.

Entbehrung
Disziplin
Einsamkeit
Askese
jahrzehntelanges Studium
harte körperliche Arbeit
Überwindung des eigenen Egos
Schweigen
Fragen
Nachdenken
Einfachheit
Rückzug
Verinnerlichung

Alles Begriffe, die mit dem Begriff Spiritualität aufs Engste verbunden waren. Sie waren christlichen Mönchen ebenso selbstverständlich, wie buddhistischen. Sie galten für Eingeweihte und Novizen, sie galten sogar für jene einfachen Menschen, die nur versuchten ein „gottgefälliges Leben” zu leben. Aber für die modernen Spirituellen, für die Verkünder des Wassermannzeitalters, für die Aufklärer „der wahren göttlichen Geheimnisse” gelten sie nicht mehr - die schlagen einen anderen Weg ein:

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