Über den Ursprung der Welten

Monatsarchiv für Juli 2009

Du sollst Dir kein Bild von mir machen!

21. Juli 2009 von Helena

oder

Wie’s Gescherr, so der Herr?

 

Die großen Weltreligionen haben ihre Anhänger, die weniger großen auch und dann gibt’s da noch viele bislang nicht organisierte Menschen, die sich für spirituell halten. Gemeinsam ist diesen Gläubigen das vage Gefühl, der Mensch als Gattung sei anders, besonders und irgendwie wichtiger als der Rest der Schöpfung. Dieses diffuse, kaum zu begründende Gefühl der eigenen Wichtigkeit begleitet die meisten Menschen seit ihrer Geburt, woraus sie folgern, dass es nicht trügen kann.
Die Annahme wichtig zu sein - als Individuum, wie als Gattung - führt zwangsläufig zur Erfindung eines Gottes, der eine besondere Beziehung zum Menschen im Allgemeinen und zu seinen Anhängern im Besonderen haben muss und schon sind wir mitten im Irrtum, aus dem sich weitere Irrtümer ableiten und dann noch mehr und noch mehr Irrtümer und aufgebaut ist die ganze Geschichte so:

Der erste Irrtum ist die Annahme, Menschen seien wichtig.

Zweitens: Wenn Menschen wichtig sind, muss es auch jemanden geben, der sie für wichtig hält. (Sonst wäre diese Annahme ja nichts weiter als Narzissmus)

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Ich hab’s doch nur gut gemeint

18. Juli 2009 von Helena

 

oder

Das Pontius-Pilatus-Prinzip

 

Sie erinnern sich an Pontius Pilatus? Das war der römische Statthalter der, wohl eher widerwillig, die Kreuzigung Christi veranlasste und anschließend seine Hände in Unschuld wusch (in der Bibel nachzulesen).
Wir wissen nicht viel darüber, was aus Pontius Pilatus geworden ist, aber der geniale Trick mit dem „Hände in Unschuld waschen” hat als Pontius-Pilatus-Prinzip während der letzten 2000 Jahre in unzähligen Varianten steile Karriere gemacht:

- Ich wollte, ich hätte anders handeln können …
- Die Sachlage hat diese Entscheidung zwingend gefordert …
- Die Fakten ließen mir keine Wahl …
- Der Sachverhalt ließ keine andere Möglichkeit zu …
- Unter den gegebenen Umständen war diese Konsequenz unvermeidlich …

Nicht zu vergessen seine besonders hintersinnigen Abwandlungen „Ich hab’s nicht bös …” oder wahlweise „Ich hab’s doch nur gut gemeint …”

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Pseudospirituelle Phrasen

4. Juli 2009 von Helena

Damit wurden Sie bestimmt schon mal konfrontiert:

„Wie oben so unten”
„Wie innen so außen”
„Lebe im Hier und Jetzt”
„Krankheit als Weg”
„Schicksal als Chance”
etc., etc. …

Die oben aufgeführten Phrasen gehören mittlerweile zur spirituellen Grundausstattung und jeder Feld-, Wald- und Wiesenspirituelle, der etwas auf sich hält, hat sie im Gepäck.
Weil er sie für wirksame und universelle Augenöffner hält, streut er sie gern und häufig bei allen Gelegenheiten, die ihm passend dünken, ins Gespräch und freut sich sehr über die Reaktion seines Gegenübers, die er als Punkt zu seinen Gunsten auslegt, egal wie sie ausfällt: Verhaltene Reaktionen werden als Akzeptanz gedeutet, lautstarke Zustimmung - häufig der Verlegenheit geschuldet - erst recht. Und schon hat er wieder einen Unwissenden vor dem großen Schaden mangelnder Erkenntnis bewahrt, was ihm das schöne Gefühl gibt, auf dem richtigen Weg zu sein.
Sollte der unwahrscheinliche Fall vehementer Gegenwehr eintreten, war der andere halt noch nicht so weit und der unerschrockene Versuch wird trotzdem als Erfolg auf der nach oben offenen Punkteskala für „Ich fühle mich als hoch entwickeltes Bewusstsein” eingetragen.
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